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Qualität und Lagerung: Frische garantieren – Anleitung zur richtigen Lagerung und Handhabung von Eiern

Warum richtige Lagerung wichtig ist

Eier sind ein empfindliches Lebensmittel: Sie enthalten Nährstoffe, aber auch ein Risiko für Verderb oder Keimbelastung (z. B. Salmonellen), wenn sie falsch gelagert oder unsachgemäß gehandhabt werden. Mit der richtigen Lagerung können Geschmack, Konsistenz und Sicherheit deutlich länger erhalten bleiben.

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Grundregeln zur Lagerung

  • Temperatur: Lagern Sie Eier bei konstant niedrigen Temperaturen. Optimal sind 4–8 °C. Kühlschrankfächer in der Mitte sind oft stabiler als die Tür.
  • Originalverpackung: Bewahren Sie Eier in der Kartonverpackung auf. Die Schachtel schützt vor Geruchsübertragung, Temperaturschwankungen und Bruch.
  • Spitze nach unten: Legen Sie Eier mit der Spitze nach unten. So bleibt die Luftkammer oben und das Eigelb stabiler.
  • Sauberkeit: Keine schmutzigen oder stark rissigen Eier behalten. Risse begünstigen Keimeintritt.

Haltbarkeit und Kennzeichnungen

In vielen Ländern gibt es das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). In Deutschland ist auf verpackten Eiern oft ein Verbrauchsdatum oder das Legedatum vermerkt. Generell: Frische Eier halten im Kühlschrank etwa 3–5 Wochen nach Legedatum, vorausgesetzt sie wurden nicht gewaschen (Schutzschicht vorhanden) und durchgehend kühl gelagert.

Frischekontrolle – einfache Tests

  1. Wassertest (Schwimmtest): Legen Sie das Ei in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Bleibt es am Boden liegen, ist es frisch. Steigt es schräg nach oben, ist es älter aber meist noch verwendbar. Schwimmt es an der Oberfläche, wegwerfen.
  2. Geruchstest: Aufgeschlagenes Ei riecht deutlich unangenehm, wenn es verdorben ist. Riecht es neutral bis leicht nach Frischem, ist es i. d. R. in Ordnung.
  3. Kerntest / Anklopfen: Frische Eier geben beim Anklopfen einen festen Klang; alte Eier klingen dumpfer. Dieser Test ist weniger zuverlässig, kann aber ergänzen.

Hygienemaßnahmen beim Umgang

Sauberkeit reduziert die Gefahr von Kontaminationen:

  • Hände vor und nach dem Umgang mit rohen Eiern gut waschen.
  • Arbeitsflächen und Schneideutensilien nach Kontakt mit rohen Eiern gründlich reinigen und ggf. desinfizieren.
  • Rohes Ei nicht mit Lebensmitteln für Rohverzehr (z. B. Salat) in Kontakt bringen, wenn nicht sofort verarbeitet.
  • Vermeiden Sie das Waschen von Eiern unmittelbar vor der Lagerung – in vielen Fällen entfernt das die natürliche Schutzschicht. Falls verschmutzte Eier gereinigt werden müssen, trocknen und schnell verbrauchen.

Spezielle Hinweise

Gefährdete Personengruppen (Schwangere, Kleinkinder, ältere Menschen, immungeschwächte Personen) sollten rohe oder nicht ausreichend erhitzte Gerichte mit rohen Eiern meiden (z. B. Tiramisu mit rohen Eigelben, naturbelassene Eierspeisen).

Gekochte Eier halten im Kühlschrank etwa 1 Woche. Schälen Sie hart gekochte Eier erst kurz vor dem Verzehr, um Austrocknen zu vermeiden.

Das Einfrieren ganzer Eier in der Schale ist nicht empfehlenswert (Ausdehnung, Schalenriss). Sie können Eier aber aufschlagen, verquirlen und eingefroren portionsweise verwenden (z. B. verquirlte Eier oder getrennte Eiweiße/Eigelbe mit Beschriftung).

Was tun bei Unsicherheit?

Wenn Zweifel bestehen: lieber wegwerfen. Das Risiko einer Lebensmittelvergiftung ist nicht den Versuch wert. Notieren Sie auf der Verpackung das Legedatum oder das Kaufdatum, so behalten Sie den Überblick.

Praktische Checkliste für den Alltag

  • Kühlschrank 4–8 °C einhalten.
  • Eier in der Kartonverpackung und Spitze nach unten lagern.
  • Schmutzige oder rissige Eier sofort aussortieren.
  • Frische regelmäßig mit dem Wassertest prüfen.
  • Hände und Oberflächen nach Kontakt reinigen.
  • Gekochte Eier innerhalb einer Woche verbrauchen.

Mit diesen einfachen Maßnahmen sorgen Sie dafür, dass Eier länger frisch bleiben und das Risiko von Verderb oder Infektionen deutlich reduziert wird. Sicherheit und Qualität hängen gleichermaßen von richtiger Lagerung, sauberer Handhabung und gesundem Menschenverstand ab.

Preise und Markt: Wie Sie Ihre Eier richtig bepreisen

Die richtige Preisgestaltung für Eier entscheidet über Gewinn und Wettbewerbsfähigkeit. Ob Direktverkäufe ab Hof, Wochenmarkt oder Lieferung an den Handel — ein strukturierter Ansatz hilft Ihnen, Kosten zu decken, Marktchancen zu nutzen und saisonale Schwankungen auszugleichen.

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Kostenanalyse: Basis für jede Preisentscheidung

Bevor Sie Preise festlegen, müssen Sie alle Kosten kennen. Zu berücksichtigen sind:

  • Futterkosten (häufig der größte Posten)
  • Tierarzt und Gesundheit (Impfungen, Medikamente, prophylaktische Maßnahmen)
  • Arbeitszeit (auch Familienarbeitszeit ggf. bewerten)
  • Einrichtung und Abschreibung (Stall, Nestkästen, Legenetze)
  • Verpackung und Etikettierung (Eierkartons, Kennzeichnung)
  • Transport und Logistik (Lieferkosten, Kühlung)
  • Verwaltung und Vermarktung (Buchhaltung, Werbung, Marktstand)
  • Risiko- und Rücklagen (Schwankungen, Verluste)

Erstellen Sie eine monatliche und jährliche Kostenaufstellung. Teilen Sie Gesamtkosten durch die erwartete Eierproduktion, um die Mindestkosten pro Ei zu erhalten. Beispiel: Gesamtkosten 3.000 €/Monat, Produktion 30.000 Eier/Jahr ≈ 2.500 Eier/Monat -> Stückkosten 1,20 € (dies ist ein vereinfachtes Rechenbeispiel; rechnen Sie präzise nach Ihrer Situation).

Marktanalyse: Nachfrage, Konkurrenz und Zahlungsbereitschaft

Analysieren Sie lokale Marktpreise: Was verlangen andere Direktvermarkter, Hofläden und Supermärkte? Achten Sie auf:

  • Qualitätsunterschiede (Freiland, Bio, Bodenhaltung)
  • Verpackungsgrößen (6er, 10er, 12er)
  • Regionale Präferenzen und Kaufkraft
  • Saisonalität: Im Sommer steigt oft die Produktion, Preise können fallen; im Winter knapper Angebot und höhere Nachfrage nach wärmeentsprachenden Produkten

Führen Sie Verbraucherbefragungen durch oder sprechen Sie mit Abnehmern, um die Zahlungsbereitschaft zu ermitteln. Ein höherer Preis ist möglich, wenn Sie Zusatznutzen bieten (z. B. Frischegarantie, Transparenz, Hühnerrassen, regionales Marketing).

Preisstrategien für Direktverkauf vs. Großhandel

Direktverkauf:

  • Höhere Margen möglich durch Direktkontakt mit Kunden
  • Wertbasierte Preise: Für Bio- oder Spezialrassen können Sie deutlich mehr verlangen
  • Bündelungen und Abo-Modelle (z. B. wöchentliche Lieferung) erhöhen Planbarkeit

Großhandel:

  • Niedrigere Preise pro Ei, dafür größere Abnahmemengen und sichere Umsätze
  • Verhandeln Sie Staffelpreise: je mehr Abnahme, desto geringer der Preis
  • Lieferbedingungen, Zahlungsziele und Retourenmanagement beachten

Praktische Preisgestaltung: Methoden

  • Kosten-plus: Kalkulieren Sie Ihre Stückkosten und addieren Sie eine gewünschte Marge.
  • Wettbewerbsorientiert: Orientieren Sie sich am Marktpreis, passen Sie aber Ihre Kommunikation an, wenn Sie Qualitätsvorteile haben.
  • Value-based: Preis richtet sich nach wahrgenommenem Nutzen (z. B. Regionalität, Tierwohl, Frische).
  • Dynamische Preise: Bei saisonal stark schwankender Produktion können Sie Preise zeitlich anpassen.

Beispielkalkulation

Angenommen, Ihre monatlichen Gesamtkosten betragen 2.400 €, Sie legen 5.000 Eier pro Monat, das ergibt 0,48 € Stückkosten. Setzen Sie eine Zielmarge von 40 % an: 0,48 € / (1 – 0,40) ≈ 0,80 € Verkaufspreis pro Ei. Für Packungen (z. B. 6er) würden Sie 4,80 € verlangen. Vergleichen Sie diesen Preis mit Wettbewerbern und passen Sie ihn je nach Marktpositionierung an.

Regionale Vermarktung und Positionierung

Regionale Vermarktung schafft Vertrauen. Nutzen Sie:

  • Beschilderung am Hof, Social Media, lokale Presse
  • Teilnahme an Wochenmärkten und Kooperationen mit Hofläden
  • Transparente Info: Fütterung, Haltungsform, Schlupftermine

Markieren Sie Eier nach Qualitätsstufen (Standard, Freiland, Bio) und bieten Sie Probiergrößen oder Aktionspreise zur Neukundengewinnung an.

Saisonale Schwankungen managen

Planen Sie Puffer ein: In Zeiten hoher Produktion senken Sie Stückpreise leicht oder investieren in Marketing (z. B. Sonderangebote, Rabatt für größere Abnahmemengen). In knapperen Zeiten kommunizieren Sie Knappheit und setzen auf Wertargumente, um höhere Preise durchzusetzen.

Vertragsgestaltung mit Abnehmern

Bei Großkunden: schriftliche Vereinbarungen zu Preis, Menge, Lieferintervallen, Qualitätsspezifikationen und Vertragslaufzeiten. Legen Sie Mechanismen für Preisänderungen (z. B. Futterpreisindex) fest, um Risiken zu teilen.

Weitere Tipps

  • Führen Sie regelmäßig Kostenchecks durch und passen Sie Preise an
  • Nutzen Sie Kundenfeedback zur Optimierung der Preis-Leistungswahrnehmung
  • Setzen Sie auf klare, ehrliche Kommunikation: Kunden zahlen lieber mehr für nachvollziehbaren Mehrwert

Fazit: Eine erfolgreiche Preisstrategie für Eier basiert auf einer soliden Kostenkalkulation, kontinuierlicher Marktbeobachtung und flexiblen Angebotsmodellen. Durch wertorientierte Kommunikation und regionale Präsenz können Sie bessere Preise erzielen und stabile Absatzkanäle aufbauen.

Online-Verkauf und Versand von Eiern – Praxisleitfaden

Der Verkauf von Eiern über einen Onlineshop eröffnet bäuerlichen Betrieben, Direktvermarktern und Start-ups neue Absatzmöglichkeiten. Gleichzeitig stellt der Versand von Eiern wegen ihrer Zerbrechlichkeit und der Anforderungen an Temperaturführung besondere Herausforderungen dar. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Shop aufbauen, sichere Versandverpackungen nutzen, Temperaturmanagement planen, geeignete Logistikpartner finden und die wichtigsten rechtlichen Besonderheiten beachten.

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1. Shop-Aufbau und Produktpräsentation

Erstellen Sie klare Produktseiten mit folgenden Angaben: Größe/Kategorie der Eier, Herkunft (Betrieb), Legedatum, Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, Lagerhinweise (z. B. kühl bei max. X °C lagern) und Verpackungseinheit. Ergänzen Sie Informationen zur Tierhaltung (Freiland, Bodenhaltung, Bio) und zur Chargen- oder Losnummer zur Rückverfolgbarkeit.

  • Verpackungsfotos und Diagramme zur Anzahl pro Packung.
  • Verfügbarkeitsanzeige (z. B. begrenzte Mengen, wöchentlicher Versandtag).
  • Versandoptionen mit geschätzter Lieferzeit und Hinweis auf temperaturgesteuerte Optionen.

2. Sichere Versandverpackungen

Eier benötigen primäre Schutzhüllen (Eierschachteln) und eine stabile Außenverpackung. Vorschläge:

  • Robuste Eierschachteln aus Karton oder biologisch abbaubarem Material.
  • Stoßdämpfende Einlagen: Wellpappeeinleger, Formteile aus recyceltem Material oder Schaumstoffwaben.
  • Füllmaterial zwischen Eierschachtel und Außenkarton, um Bewegungen zu vermeiden.
  • Außenkarton mit ausreichender Festigkeit (z. B. doppelwandig) und klarer Kennzeichnung „Zerbrechlich / Perishable”.
  • Thermoisolierende Umverpackung bei Bedarf: Isolierboxen oder isolierende Folien innerhalb des Kartons.

Verwenden Sie außerdem kleine Indikatoren wie Temperaturlabel oder Stoßindikatoren für höherwertige Sendungen, damit beim Empfänger erkennbar ist, ob Transportbedingungen verletzt wurden.

3. Temperaturmanagement und Kühlkette

Eier sind zwar weniger temperaturempfindlich als rohe Fleischwaren, aber konstante, kühle Bedingungen verlängern die Frische und reduzieren das Risiko mikrobieller Probleme. Empfehlungen:

  • Zieltemperatur: Kühlkettenversender sollten etwa 4–8 °C anstreben, abhängig von Verkaufs- und Lagerangaben.
  • Kühlmittel: Kältepacks (gel packs) sind unkritisch; Trockeneis ist in der Regel nicht nötig und unterliegt Transportbeschränkungen.
  • Isolierung: Verwenden Sie isolierende Boxen oder Karton mit Isolierlagen bei Außentemperaturen über 20 °C oder bei längeren Laufzeiten (>24h).
  • Versandfenster: Planen Sie den Versand so, dass die Transportzeit minimiert wird (z. B. Versand Anfang der Woche, keine Zustellung am Wochenende).

4. Logistikpartner und Versandoptionen

Wählen Sie Logistikpartner nach Service, Erfahrung mit verderblichen Waren und regionaler Abdeckung:

  • Kurierdienste mit Express- oder Same-Day-Lieferung für lokale Zustellungen.
  • Versender mit temperaturgeführten Transporten für längere Strecken.
  • Regionale Paketdienste oder Lebensmittel-Logistiker, die bereits Erfahrung mit Frischwaren haben.

Testen Sie verschiedene Anbieter mit Probeversendungen, um Bruchraten und Temperaturprofile zu prüfen. Verhandeln Sie Service-Level-Agreements (SLA) und Retourenprozesse. Klare Vereinbarungen zur Haftung bei Transportschäden sind wichtig.

5. Rechtliche Besonderheiten beim Versand verderblicher Lebensmittel

Beachten Sie folgende rechtlichen Punkte (Deutschland/EU):

  • Lebensmittelrechtliche Registrierung: Als Lebensmittelunternehmer müssen Sie Ihren Betrieb beim zuständigen Veterinäramt/der Lebensmittelüberwachungsbehörde anmelden.
  • Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit: HACCP-konforme Prozesse, Chargenkennzeichnung und Dokumentation der Lieferkette sind Pflicht.
  • Kennzeichnung: Pflichtangaben wie Mindesthaltbarkeitsdatum, Zutaten (falls verarbeitet), Herkunftskennzeichnung und Hinweise zur Lagerung sind erforderlich.
  • Widerrufsrecht: Das gesetzliche Widerrufsrecht für Fernabsatzverträge kann für schnell verderbliche Waren ausgeschlossen sein. Informieren Sie Kund*innen klar auf der Produktseite, wenn der Widerruf ausgeschlossen ist.
  • Transportvorschriften: Gefahrgut-Regelungen (z. B. für Trockeneis) beachten; bei Nutzung von Luftfracht informieren Sie sich über IATA-Bestimmungen.
  • Produkthaftung und Versicherung: Schließen Sie eine Produkthaftpflichtversicherung ab und dokumentieren Sie Qualitätstests.

6. Praxis-Checkliste vor dem Start

  • Produktseiten mit vollständigen Angaben erstellt.
  • Verpackungsmuster getestet (Stoß- und Temperatursimulation).
  • Logistikpartner für Testläufe ausgewählt.
  • Rechtliche Anmeldung und Hygienekonzept vorhanden.
  • Kundenkommunikation zu Lieferzeiten, Widerrufsrecht und Lagerhinweisen implementiert.

Fazit

Der Online-Verkauf von Eiern ist machbar, wenn Sie Verpackung, Kühlmanagement und rechtliche Vorgaben systematisch angehen. Beginnen Sie mit kleinen Testmengen, optimieren Sie auf Basis von Rückmeldungen und bauen Sie langfristig Partnerschaften mit spezialisierten Logistikern auf. So können Sie Frische, Sicherheit und Kundenzufriedenheit gewährleisten.

Rechtliche Anforderungen für den Eierverkauf in Deutschland

Einleitung

Der Verkauf von Eiern in Deutschland unterliegt einer Reihe von gesetzlichen Anforderungen, die dem Gesundheitsschutz der Verbraucher, der Rückverfolgbarkeit und der Lebensmittelsicherheit dienen. Sowohl kleine Erzeuger, die direkt ab Hof verkaufen, als auch größere Vermarkter müssen Vorschriften zur Lebensmittelhygiene, Registrierung und Kennzeichnung beachten.

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Registrierung und Betriebspflichten

Jeder Lebensmittelunternehmer, der Eier in Verkehr bringt, gilt als Lebensmittelunternehmen und muss seine Tätigkeit den zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden (Veterinäramt / Lebensmittelüberwachung) melden. Dazu gehören:

  • Anmeldung/Registrierung des Betriebs bei der zuständigen Behörde
  • Führung von Betriebsunterlagen und Dokumentationen über die Herstellung und Vermarktung
  • Teilnahme an amtlichen Kontrollen und Prüfungen

Hygieneanforderungen

Für die Hygiene gelten die EU-Hygieneregeln, die in deutsches Recht umgesetzt sind. Wichtige Punkte sind:

  • Anwendung von HACCP-Grundsätzen oder alternativen systematischen Verfahren zur Gefahrenkontrolle
  • Einrichtung und Einhaltung von Reinigungs- und Desinfektionsplänen
  • Schulung des Personals in Lebensmittelhygiene
  • Sichere Lagerung und Transport (Temperaturführung, Schutz vor Verunreinigungen)

Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit

Jegliche Eier, die vermarktet werden, müssen gekennzeichnet sein. Zu den üblichen Kennzeichnungselementen gehören:

  • Haltungskennzeichen (Code für Haltungssystem wie „0“, „1“, „2“, „3“)
  • Stempelkennzeichnung mit dem Ländercode und der Betriebsnummer (z. B. DE + Betriebsnummer)
  • Angaben zum Verpacker/Vertrieb (Name und Anschrift) bei Versand oder Verpackung
  • Informationen zu Mindesthaltbarkeits- oder Verkaufsfristen und Lagerbedingungen

Darüber hinaus besteht eine Pflicht zur Rückverfolgbarkeit: Lebensmittel müssen entlang der Lieferkette nachvollziehbar sein, so dass im Falle eines Problems der Ursprungsbetrieb schnell identifiziert werden kann.

Tiergesundheit und Salmonellakontrolle

Erzeuger von Eiern müssen auf Tiergesundheit achten und an nationalen bzw. regionalen Überwachungsprogrammen teilnehmen. Maßnahmen zur Salmonellaprävention und -überwachung sind häufig vorgeschrieben; dazu können regelmäßige Untersuchungen von Legehennenbeständen und Meldepflichten bei Auffälligkeiten gehören.

Verkauf direkt ab Hof und auf Märkten

Beim Direktverkauf an Verbraucher (Hofverkauf, Wochenmarkt) können teilweise vereinfachte Anforderungen gelten, etwa in Bezug auf Verpackung oder Kennzeichnung von unverpackten Eiern. Dennoch entbindet dies nicht von grundlegenden Pflichten wie Hygiene, Registrierung und Rückverfolgbarkeit. Erzeuger sollten sich vor Ort bei der zuständigen Behörde informieren, welche Erleichterungen möglich sind.

Meldepflichten und Krisenmanagement

Bei Verdacht auf lebensmittelbedingte Erkrankungen oder Nachweisen relevanter Keime muss der Betrieb mit den Behörden kooperieren und ggf. Rückrufe oder Verkaufsstopps durchführen. Ärzte und Labore melden bestimmte Infektionen an die Gesundheitsämter; Lebensmittelunternehmen sind verpflichtet, mit diesen Stellen zusammenzuarbeiten, wenn ein Zusammenhang mit ihrem Produkt vermutet wird.

Sanktionen und Rechtsfolgen

Verstöße gegen Hygiene-, Kennzeichnungs- oder Registrierungspflichten können zu Bußgeldern, Verkaufsverboten oder im Extremfall zur Betriebsschließung führen. Daher sind präventive Maßnahmen und eine gute Dokumentation unerlässlich.

Praxistipps für Erzeuger

  • Frühzeitig beim Veterinär- oder Lebensmittelüberwachungsamt anmelden und beraten lassen.
  • Einfach strukturierte Dokumente für Rückverfolgbarkeit und Reinigungspläne führen.
  • Regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter zu Hygiene und Kennzeichnung durchführen.
  • Bei der Kennzeichnung auf Vollständigkeit und korrekte Betriebsnummer achten.
  • Im Zweifel rechtliche oder fachliche Beratung (z. B. Landwirtschaftskammer, Berater für Lebensmittelsicherheit) einholen.

Fazit

Der Verkauf von Eiern ist gut reglementiert, weil Eier ein sensibles Lebensmittel darstellen. Wer die rechtlichen Anforderungen kennt und systematisch umsetzt, schützt seine Kundinnen und Kunden und minimiert das Risiko von Sanktionen. Beim Unklarheiten sollte stets Kontakt zu den zuständigen Behörden aufgenommen werden.

Kennzeichnung und Verpackung: Was auf das Etikett muss

Warum richtige Kennzeichnung wichtig ist

Eine korrekte Kennzeichnung und geeignete Verpackung sind nicht nur rechtliche Pflichten, sondern dienen vor allem der Verbraucherinformation, der Produktsicherheit und der Rückverfolgbarkeit. Für Eier und ähnliche Frischeprodukte sind Angaben wie Herkunftscode, Haltungsform, Legedatum und Mindesthaltbarkeitsdatum besonders relevant. Darüber hinaus müssen Verpackungsmaterialien lebensmittelecht sein und dem Schutz sowie der Lagerfähigkeit des Produkts dienen.

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1. Herkunftscode (Erzeugercode): Wie lese ich ihn?

Der Herkunftscode auf Eiern besteht typischerweise aus drei Teilen: einer Ziffer für die Haltungsform, dem Länderkennzeichen (z. B. DE für Deutschland) und einer Betriebsnummer. Beispiel: 0-DE-1234567. Die erste Ziffer bedeutet:

  • 0 = ökologischer Landbau (Bio)
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung (in vielen Ländern stark reglementiert oder verboten)

Die Betriebsnummer ermöglicht die Rückverfolgbarkeit bis zum Erzeuger. Für Händler und Behörden ist diese Information essenziell bei Rückrufen oder Qualitätsprüfungen.

2. Haltungsform: Pflichtangabe und Verbraucherinformation

Die Haltungsform (die eingangs genannte Ziffer) muss für Eier deutlich sichtbar sein. Sie gibt dem Käufer Auskunft über die Tierhaltung und ist oft Grundlage für Kaufentscheidungen. Achten Sie bei der Gestaltung des Etiketts auf gut lesbare Schriftgrößen und Kontraste; ergänzende Begriffe wie „Bio“, „Freiland“ oder „Bodenhaltung“ können zusätzlich angegeben werden, sofern sie korrekt und gegebenenfalls zertifiziert sind.

3. Legedatum: Was bedeutet es und wie wird es angegeben?

Das Legedatum gibt an, wann die Eier gelegt wurden. Es wird in der Regel im Format TT.MM.JJJJ oder als entsprechend kodierte Angabe auf der Verpackung aufgedruckt. Für Verbraucher ist das Legedatum wichtig, da es die Frische der Eier unmittelbar anzeigt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht erleichtert das Legedatum zudem die Chargenverwaltung.

4. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bei Eiern

Das Mindesthaltbarkeitsdatum informiert darüber, bis zu welchem Datum das Produkt bei sachgemäßer Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält. Bei rohen Eiern wird häufig ein Zeitraum von etwa 28 Tagen ab Legedatum als Richtwert für das MHD genannt. Hinweis: nationale Vorschriften können abweichen; bei verarbeiteten Produkten oder bei speziellen Hygieneverfahren gelten andere Fristen. Geben Sie das MHD gut sichtbar an und ergänzen Sie nach Möglichkeit Lagerbedingungen (z. B. „bei max. 7 °C lagern“).

5. Weitere Pflicht- und Empfehlungsangaben auf dem Etikett

  • Name und Anschrift des Herstellers oder Verpackers
  • Los- oder Chargennummer für die Rückverfolgbarkeit
  • Anzahl der Stücke oder Gewicht / Nettofüllmenge
  • Aufbewahrungshinweise (Temperatur, kurzfristiger Verbrauch nach Anbruch)
  • Informationen zu Allergenen, falls relevant (z. B. bei verarbeiteten Waren mit Eizusatz)
  • Ggf. Siegel und Zertifikate (z. B. Bio-Siegel), nur wenn gültig und nachprüfbar

6. Anforderungen an Verpackungsmaterialien

Verpackungsmaterialien für Lebensmittel müssen:

  • für den Lebensmittelkontakt zugelassen sein (keine Migration schädlicher Stoffe)
  • mechanisch schützen (Stoß- und Bruchschutz)
  • geeignete Barriereeigenschaften besitzen (gegen Feuchtigkeit, Gerüche, Fremdstoffe)
  • bei deklarierter Kompostierbarkeit oder Recyclingfähigkeit den jeweiligen Normen entsprechen
  • Druckfarben, Klebstoffe und Lacke müssen lebensmittelecht sein und dürfen nicht durch Abgabe die Lebensmittelqualität beeinträchtigen

Gängige Materialien sind Lebensmittelkarton, Wellpappe und bestimmte Kunststoffe (z. B. PP, PET). Wenn Sie Kunststoff verwenden, sollten Sie die Materialkennzeichnung (z. B. Recycling-Code) auf dem Etikett oder der Verpackung angeben, sofern dies Teil Ihrer Nachhaltigkeitskommunikation ist.

7. Praktische Hinweise für Etikettendesign und Druck

  • Klare, gut lesbare Schriftarten und Mindestschriftgrößen einhalten
  • Wasser- und fettabweisende Druckverfahren verwenden, damit Informationen nicht verwischen
  • Platz für gesetzlich erforderliche Angaben freihalten (keine Werbung überlagern)
  • Tamper-evident-Lösungen oder Versiegelungen in Erwägung ziehen, wenn der Produktschutz kritisch ist

8. Rechtlicher Hinweis und Empfehlungen

Die konkreten Pflichtangaben und Fristen können je nach Land und Produkttyp variieren. Für verbindliche Auskünfte und die rechtskonforme Umsetzung sollten Sie die jeweils geltenden nationalen und EU-Vorschriften prüfen oder die Lebensmittelüberwachungsbehörde bzw. einen fachkundigen Rechtsberater konsultieren. Als gutes Praxisverfahren empfehlen sich eine klare Dokumentation der Chargen, regelmäßige Kontrollen der Druckqualität und die Auswahl geprüfter, lebensmittelechter Verpackungsmaterialien.

Fazit: Eine korrekte Kennzeichnung erhöht die Verbraucherzufriedenheit, erleichtert die Rückverfolgbarkeit und schützt vor Haftungsrisiken. Sorgfältig ausgewählte, lebensmittelechte Verpackungen und eine transparente, gut lesbare Etikettierung sind daher unverzichtbar.

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